Erfolgreiche Frauen in Afrika – Unternehmerinnen für Entwicklung

Oleado Osoka, CEO Ghana Daystar Power ©Oleado Osoka

Unternehmerinnen können in Afrika einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. In Ghana beispielsweise sind 46,4 Prozent der Unternehmen in weiblicher Hand. Unter afrikanischen Start-Ups wiederum beträgt dieser Wert lediglich neun Prozent. Im Vorfeld des G20 Compact with Africa Investitionsgipfels in Berlin sprachen wir mit Oleado Osoka, CEO Ghana des deutsch/afrikanischen Energieversorgers Daystar Power.

Warum ist es wichtig, Unternehmerinnen in Entwicklungsländern gezielt zu unterstützen? 

Das Empowerment von Unternehmerinnen ist zentral für gerechte und faire Gesellschaften. Frauen sind auch in Afrika eine ungenutzte Ressource. Statistiken zeigen, dass Frauen etwa 90 Prozent ihres Einkommens in Bildung, Gesundheit und Ernährung ihrer Familie investieren. Dies kann eine große transformative Wirkung entfalten. Wenn man sich die Statistiken über Unternehmerinnen ansieht, dann führt bereits jede vierte Frau ihr eigenes Unternehmen oder hat eins gegründet. Es ist also wirklich klar, dass wir Frauen stärken und Chancen schaffen müssen, wenn wir versuchen, die Herausforderungen anzugehen, die wir auf dem Kontinent sehen.

Wie können die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit Frauen gezielt unterstützen?

Traditionell hat sich die Entwicklungszusammenarbeit auf Weiterbildung, Schulungen und Seminare konzentriert. Und das ist hilfreich und es hat seinen Platz in der Stärkung von Unternehmerinnen. Aber wir müssen jetzt den Übergang schaffen, hin zu Finanzierungsmöglichkeiten, mit der Unternehmerinnen ihre Geschäftstätigkeiten ausbauen können. Zum Beispiel, indem sie mit Partnern in anderen Regionen des Kontinents und vielleicht sogar in Europa herangeführt werden. Ausbildung und Kapazitätsaufbau sind wichtig, aber wir müssen die Projekte und Strategien jetzt weiterentwickeln und Zugang zu Finanzmitteln zu schaffen.


Hintergrund Women’s Business Breakfast

Das Women’s Business Breakfast der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung und des BDI bringt afrikanische und deutsche Frauen aus der Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit, um Erfahrungen auszutauschen und damit die Unternehmen zu stärken. Zu den Teilnehmerinnen des 2. BDI-Women’s Breakfast im Rahmen des G20 Compact with Africa Gipfels in Berlin gehörte die parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Maria Flachsbarth, Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI, Michaella Rugwizangoga, CEO von Volkswagen in Ruanda, Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sowie Christiane Laibach, Vorstandssprecherin der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG).