ESEF – das neue europäische elektronische Berichtsformat

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2018 den Entwurf für ein einheitliches europäisches elektronisches Berichtsformat (ESEF) verabschiedet. Diese Verordnung ist auf Jahresfinanzberichte anzuwenden, die Abschlüsse für Geschäftsjahre mit Beginn am oder nach dem 1. Januar 2020 enthalten. Die deutsche Industrie erwartet hierdurch erhebliche Mehrbelastungen und sieht die Verordnung daher kritisch.

Ab Januar 2020 müssen – sofern das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union wie erwartet zustimmen – Emittenten, deren Wertpapiere auf regulierten Märkten innerhalb der EU gehandelt werden, ihre Jahresfinanzberichte im ESEF-Format veröffentlichen. Ziel der Vorgabe aus der Transparenzrichtlinie von 2013 ist die Vereinfachung der Berichterstattung und Erhöhung der Transparenz und damit eine erleichterte Zugänglichkeit, Analyse und Vergleichbarkeit von Jahresfinanzberichten.

Doch für die Unternehmen ist die Einführung des ESEF mit großen Belastungen ohne Mehrwert für Ihre Kapitalmarktkommunikation verbunden. Es werden neue technische Schnittstellen und manuelle Anpassungen von Berichtspositionen bzw. Ausweisänderungen im Konsolidierungssystem erwartet. Die geplante detaillierte Zuordnung der Anhangangaben nach 2022 wie auch eine mögliche Prüfungspflicht der Einhaltung der technischen Vorgaben durch den Abschlussprüfers lässt weitere Belastungen erwarten. Der BDI wird die Weiterentwicklung der europäischen Regulierung auch zukünftig kritisch begleiten.

Hintergrund

Das ESEF-Format benutzt die eXtensible HyperText Markup Language (XHTML) zur für Menschen lesbaren Darstellung von Jahresfinanzberichten. Um die Zugänglichkeit, Analyse und Vergleichbarkeit der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellten konsolidierten Abschlüsse zu erleichtern, werden Auszeichnungen in der eXtensible Business Reporting Language (XBRL) eingeführt, die die darin offengelegten Angaben maschinenlesbar machen soll. Die anzuwendende Taxonomie baut auf der von der IFRS-Stiftung entwickelten IFRS-Taxonomie auf, um die Vergleichbarkeit der gemäß IFRS erstellten Abschlüsse auf einer globalen Ebene zu erleichtern. Für das einheitliche europäische elektronische Berichtsformat sind nur der konsolidierte Jahresabschluss nach IFRS mit seinen Komponenten Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz detailliert zuzuordnen. Eine detaillierte Zuordnung der Anhangangaben zum Jahresabschluss ist erst ab 2022 geplant. Bis dahin erfolgt die Zuordnung im Ganzen (Block-Tagging).