Ökodesign und Ressourceneffizienz: Bildschirme sollen nachhaltiger werden

© Fotolia/nazarovsergey

Recycelbares Material, längere Produktlebensdauer, verbesserte Reparaturfähigkeit – die neuen Vorgaben zum Ökodesign von Produkten werden jetzt umgesetzt. Die Herstellung von Bildschirmen ist eines der ersten Anwendungsbeispiele für eine neue Generation nachhaltiger Produkte mit weniger Ressourcenverbrauch.

Mit ihrem Circular economy package Ende 2015 hat die Europäische Kommission die Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) zum zentralen Instrument ihrer Ressourceneffizienzpolitik erklärt. Zuvor stand bei der Umsetzung dieser Richtlinie besonders die Verbesserung der Energieeffizienz der erfassten Produkte im Fokus. Nun werden vor allem Kriterien der Ressourceneffizienz adressiert. Die EU-Kommission zielt dabei vor allem auf die Verbesserung der Reparaturfähigkeit, die Verlängerung der Produktlebensdauer sowie die Recyclingfähigkeit der verwendeten Materialien. Auch die Verwendung von Sekundärrohstoffen bei der Produktion sowie die Aufrüstbarkeit (updates) von Produkten können gegebenenfalls durch Ökodesign-Vorgaben geregelt werden.

Der BDI hatte in seinem Positionspapier „EU-Ökodesign-Richtlinie: Kriterien der Ressourceneffizienz müssen marktgerecht und widerspruchsfrei sein!“ von November 2017 dreizehn Grundsätze formuliert, denen die Kriterien der Ressourceneffizienz bei der weiteren Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie genügen müssen. Vor allem müssen die Kriterien eindeutig relevant für Umwelt und Nutzer sein sowie die grundlegenden Gebrauchseigenschaften der betroffenen Produkte nicht beeinträchtigen. Erste Anwendungsfälle bei der Überarbeitung beziehungsweise Neufassung von Ökodesign-Vorgaben zeichnen sich ab. Im Dezember 2018 hat die Europäische Kommission eine überarbeitete Version der Verordnungen zu Bildschirmen (Displays) (EC 642/2009) beschlossen.

Ab sofort müssen die Hersteller bestimmte Materialien, die in Displays eingebaut sind, zwecks späteren Recyclings kennzeichnen, um sicherzustellen, dass diese sicher ausgebaut beziehungsweise entfernt werden können. Materialien, die Cadmium und Quecksilber enthalten, sind gesondert zu kennzeichnen. Plastikteile, die mehr als 50 Gramm wiegen, müssen ebenfalls markiert sein. Außerdem müssen Informationen zu Reparatur und Wiederverwendung zur Verfügung gestellt werden. Der aktuelle Arbeitsplan (2016 - 2019) zur Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie sieht vor, weitere Produktgruppen im Zuge der Überarbeitung der entsprechenden Durchführungsverordnungen auf potenzielle Kriterien zur Ressourceneffizienz zu untersuchen - darunter auch Haushaltsgeschirrspüler und Waschmaschinen. Der BDI wird den Prozess weiterhin kritisch begleiten.