Sicherheit, Verantwortung, Souveränität – die Bedeutung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

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Deutschland gehört zu den größten und bedeutendsten Staaten der EU. Unsere Nachbarn und Partner in Europa und in der NATO erwarten von uns die Übernahme von Verantwortung – auch in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Die sicherheitspolitische Bedeutung

Wenn humanitäre Katastrophen, Kriminalität, Konflikte und Krisen unsere Sicherheit, Freiheit, Wohlstand oder Menschenrechte gefährden, gilt es, diese im Einklang mit der internationalen Staatengemeinschaft zu verhindern oder einzudämmen – als ultima Ratio auch mit militärischen Mitteln.

Zur Wahrnehmung und Gestaltung der daraus resultierenden Aufgaben gehören zweifelsohne leistungsfähige zivile wie militärische Sicherheits- und Streitkräfte. Für ihren bestmöglichen Schutz bei der Erfüllung ihrer riskanten Aufgaben, benötigen sie eine optimale Ausrüstung und Ausbildung. Das Spektrum reicht von der Kommunikations- und Aufklärungstechnologien, über Schutz- und Transportfähigkeiten bis hin zu Einsatz- und Waffensystemen.  

Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie entwickelt und produziert diese Ausrüstungsgegenstände maßgeschneidert für die spezifischen nationalen Bedürfnisse. Ohne diese Technologien wären unsere Sicherheits- und Streitkräfte nicht einsatzfähig – unser Land sicherheitspolitisch nicht handlungsfähig. Die Unternehmen dieser Branche sind somit ein unverzichtbarer Bestandteil für eine souveräne nationale Sicherheitsvorsorge. Ihr Handeln ist damit ebenso politisch legitim und moralisch vertretbar, wie die Wahrnehmung der sicherheitspolitischen Aufgaben selbst.

In diesem politisch sensiblen Bereich bedarf es im Interesse einer souveränen Handlungsfähigkeit des Erhalts nationaler sicherheitstechnologischer Fähigen. Lieferengpässe und Abhängigkeiten von politischen Exportgenehmigungen aus Drittstaaten müssen daher im Bedarfsfall bei besonders kritischen Ausrüstungsgegenständen vermieden werden. Zudem sichern eigene Fähigkeiten im Einsatzfall unseren Sicherheits- und Streikräften einen technologischen Vorsprung.

Zusätzlich zur Ausrüstung von eigenen Einsatzkräften ist eine heimische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aber auch ein Instrumente zur erweiterten Ausgestaltung des außenpolitischen Handlungsspielraums unseres Landes. Die Möglichkeit zu rüstungs- und sicherheitstechnologischen Kooperationen mit anderen Ländern ermöglichen ein deutlich größeres Spektrum einer zielgerichteten Außen- und Sicherheitspolitik mit Verbündeten. Der Verzicht auf eine eigene Sicherheits- und Verteidigungsindustrie wäre gleichbedeutend mit einer Verengung der außenpolitischen Handlungsspielräume Deutschlands.

Die wirtschaftspolitische Bedeutung

Mit einer internen Forschungs- und Entwicklungsquote (FuE) von 19,1 Prozent ist die SVI eine der innovativsten Industriebranchen Deutschlands. Über hohe Impuls- und Ausstrahlungswirkungen auch auf andere Industriesektoren ist sie ein Innovationsmotor für das Industrieland Deutschland. Hierdurch trägt sie einen wesentlichen Teil zu Deutschlands technologischer Spitzenposition in der Welt bei. Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist somit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland und seine Zukunftsfähigkeit.

Kurzum: der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie kommt sowohl sicherheitspolitisch als auch wirtschaftspolitisch der Status einer strategischen Schlüsselindustrie zu.

Der BDI setzt sich gemeinsam mit seinen Branchen- und Fachverbänden dafür ein, die sicherheitstechnologischen Fähigkeiten in unserem Land durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen zu erhalten und weiterzuentwickeln.