Visionen für die Zukunft der Industrie

Info-Mobil von Bayer © Christian v. Polentz

Der Future Day zeigte Industrie in der Praxis: hier das Info-Mobil von Bayer. © Christian v. Polentz

Band Men in Blech beim Future Day © Christian v. Polentz

Der Future Day war Auftakt zur „Woche der Industrie“. © Christian v. Polentz

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang (r.) und Frank Iwer (IG Metall)  © Christian v. Polentz

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang (r.) und Frank Iwer (IG Metall) begrüßten Schüler, Studenten und Azubis aus ganz Deutschland. © Christian v. Polentz

Mehr gesellschaftliche Wertschätzung für Ausbildungsberufe, besser ausgestattete Berufsschulen und Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte – diese und andere Wünsche richteten Auszubildende am Future Day an Politik und Wirtschaft. Bei der Auftaktveranstaltung zur „Woche der Industrie“ informierten Unternehmen, Verbände und Gewerkschaften über Ausbildung und Zukunftsperspektiven in der Industrie.

3D-Druck, virtuelles Schweißen und Metallpressen per Tablet – beim „Future Day“ Anfang September 2019 in Berlin konnten Schüler, Studenten und Auszubildende die Zukunft der Industrie hautnah erleben – und erfahren, welch vielfältige Zukunftsperspektiven die Industrie für sie persönlich bietet.

Der Future Day war die Auftaktveranstaltung der bundesweiten „Woche der Industrie“. Unternehmen, Verbände und Gewerkschaften waren mit Informationsständen und Infotrucks zum Mercedes-Platz in Berlin gekommen, um über Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftschancen in der Industrie zu informieren. Die Gäste konnten unter anderem bei Thyssenkrupp mit einer 3D-Brille schweißen, bei BMW virtuell lackieren und im Truck des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall selber eine Fräsmaschine programmieren.

Ausbildung als attraktive Alternative zum Studium

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Industrie-Nachwuchses für die Lösung globaler Herausforderungen. Die Auszubildenden von heute seien diejenigen, die die Probleme von morgen lösen. „Sie können mit Kreativität, Engagement und Qualifikation dazu beitragen, dass es in der Welt in zwei, fünf, zehn und zwanzig Jahren Schritt für Schritt weiter bergauf geht.“

Staatssekretär Ulrich Nussbaum vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie betonte in einer Podiumsdiskussion, dass die Stärke der deutschen Industrie kein Selbstläufer sei. „Es ist daher wichtig, das Thema Ausbildung so attraktiv zu machen, dass wir kluge Köpfe gewinnen“, sagte er. Dem stimmte auch Wolfgang Lemb, Geschäftsführender Vorstand der IG Metall, zu: „Wir müssen dafür sorgen, dass qualifizierte hochwertige Ausbildungen in den Wettbewerb mit Studiengängen treten können.“ Vanessa Tsovanyan, bis vor kurzem Jugend- und Ausbildungsvertreterin, jetzt Betriebsratsmitglied bei Sanofi, kritisierte jedoch, dass es nicht überall möglich sei, in die Zukunft zu blicken. Gerade Berufsschulen seien häufig schlecht ausgestattet. Ein Problem, dem auch anwesende Auszubildende zustimmten.

Wünsche an die Industrie von morgen

In fünf Zukunftswerkstätten entwickelten die Jugendlichen Visionen für die Industrie im Jahr 2030. Zu den Themen Industrie und Akzeptanz, Industrie und Ausbildung, Industrie und Politik, Industrie und Klima sowie Industrie in Deutschland, Europa und der Welt diskutierten sie den Status quo, formulierten Ideen für die Zukunft und richteten konkrete Wünsche an die Politik.

Heraus kamen allgemeine Forderungen wie mehr Umweltschutz in den Betrieben und mehr internationalen Austausch in der Ausbildung, aber auch konkrete Vorschläge wie europaweit standardisierte Ausbildungen und mehr Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Fabrikhallen.

Auch die gesellschaftliche Wertschätzung von Ausbildungen ist den Jugendlichen ein wichtiges Anliegen. Sie bemängeln einen großen Druck in der Gesellschaft, ein Studium zu absolvieren, und wünschen sich mehr Gleichbehandlung mit Studenten, zum Beispiel bei Vergünstigungen für Museen oder Musikstreaming-Diensten.

In der Diskussion wurde aber auch klar, dass die Jugendlichen grundsätzlich ein positives Bild von der Industrie in Deutschland haben. Sie empfinden die Ausbildungsbedingungen als gut, ihre Jobs als zukunftssicher und ihre Arbeitsplätze als sauber und modern.

Wirtschaft für jeden erlebbar machen

Unter dem Motto #Industrieverbindet findet vom 9. bis 24. September 2019 die Woche der Industrie statt. Mit Tagen der offenen Tür, Nachbarschaftsfesten, Podiumsdiskussionen, Presseveranstaltungen und vielem mehr werben Unternehmen in ganz Deutschland in diesen Tagen für die Zukunft der Industrie. Sie wollen die Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Beiträge der Industrie bekannter machen. Träger der Woche der Industrie 2019 ist das Bündnis „Zukunft der Industrie“, in dem 17 Partner aus Gewerkschaften, Industrie- und Arbeitgeberverbänden, der Deutschen Industrie- und Handelskammer sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seit dem Jahr 2015 zusammenarbeiten.