Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess III) setzt neue Akzente

Mit der insgesamt dritten Auflage des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess III) berücksichtigt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) insbesondere nachhaltige Ressourcennutzung und -lieferung sowie Aspekte der Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Bewährte Maßnahmen der vorherigen Auflagen wie die Innovationsförderung werden dabei fortgesetzt. Der BDI begrüßt das im Frühjahr 2020 erwartete Programm und wird dessen Erarbeitung konstruktiv begleiten.

ProgRess wurde in 2012 als eines der ersten staatlichen Programme zum Schutz der natürlichen Ressourcen verabschiedet. Der BDI hatte ProgRess I sowie die erste Fortschreibung ProgRess II (2016) insgesamt positiv bewertet und dabei vor allem die Maßnahmen zur Stärkung der Innovationsaktivitäten der Unternehmen herausgehoben. Das BMU hat nunmehr den Entwurf für die zweite Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms ProgRess III vorgelegt.

ProgRess III vereint alle positiven Maßnahmen seiner Vorgänger, setzt jedoch außerdem neue inhaltliche Akzente. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Mobilität. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der Ressourcennutzung auf die Emissionen von Treibhausgasen betrachtet. Dieser weite Blickwinkel deckt die engen Zusammenhänge zwischen schonender Ressourcennutzung, funktionierender Kreislaufwirtschaft sowie den politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel auf und hilft, Zielkonflikte wie zum Beispiel zwischen Ressourceneffizienzpolitik und Klimapolitik gegebenenfalls zu identifizieren und auszuräumen. Der Entwurf von ProgRess III benennt insgesamt 118 Maßnahmen und Handlungsoptionen. 27 dieser Maßnahmen sind als prioritär gekennzeichnet, da sie nach Meinung der Bundesregierung einen besonders hohen Beitrag zur Ressourceneffizienz haben oder relativ schnell umgesetzt werden können.

Weiterführung des Fortschrittes von „Gesamtrohstoffproduktivität“

ProgRess III übernimmt die schon aus ProgRess II bekannten Indikatoren und die auf dieser Basis gesetzten Ziele, darunter insbesondere die „Gesamtrohstoffproduktivität“. Deren positiver Trend − gemessen ab dem Jahr 2000 − soll fortgesetzt werden.  Das ist sinnvoll, da dieser Indikator auch im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2018 enthalten ist. Daraus abgeleitet wird der Rohstoffkonsum pro Kopf, der zwischen 2000 und 2014 in Deutschland um dreizehn Prozent gesunken ist. Darüber hinaus werden Indikatoren diskutiert, die den Einsatz von Sekundärrohstoffen erfassen, was ebenfalls sinnvoll ist. Allerdings müssen die hierzu vorgeschlagenen Indikatoren noch deutlich verbessert werden.

Die vollständige BDI-Stellungnahme finden Sie hier.