Nachhaltigkeit als Basis unternehmerischen Handelns

Haus mit Solaranlage auf dem Dach hinter einem Feld © Fotolia/Jürgen Fälchle

© Fotolia/Jürgen Fälchle

Nachhaltiges Wirtschaften heißt: Soziale, ökologische und ökonomische Belange müssen immer wieder neu gegeneinander abgewogen und in ein vernünftiges Verhältnis gebracht werden. Mit diesem Ansatz trägt die deutsche Industrie stetig zu Wohlstand und Umweltschutz in Deutschland und anderen Teilen der Welt bei.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kommt aus der Wirtschaft, genauer gesagt aus der Forstwirtschaft. Hans Carl von Carlowitz formulierte bereits im Jahr 1713 in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung, durch Säen und Pflanzen nachwachsen konnte. Schon damals ging es darum, die Welt und den Lauf der Dinge in einer guten Balance zu halten.

Heute ist das nicht anders: Soziale, ökologische und ökonomische Belange müssen immer wieder neu abgewogen werden. Das kann ein sehr schwieriger Prozess sein. Die deutsche Industrie ist sich ihrer großen Verantwortung in diesem Prozess bewusst und pflegt seit Jahrzehnten den Grundsatz des nachhaltigen Wirtschaftens. Denn unser Ziel muss es sein, einen sichtbaren Beitrag zum Wohl der Gesellschaft zu leisten. Im Grunde hat die Wirtschaft damit das gleiche Ziel wie die Politik: Den Menschen ein gutes Leben in stabilen Verhältnissen zu ermöglichen.

Der BDI unterstützt daher die internationalen Nachhaltigkeitsziele, so wie er auch die Millennium-Entwicklungsziele unterstützt hat. Niemand würde etwas einwenden gegen die Bekämpfung von Armut, gegen den Abbau von Ungleichheiten, gegen weitere Anstrengungen im Umwelt- und Klimaschutz. Der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit ist aber ein ebenso wichtiges Ziel.

Der positive Effekt von unternehmerischen Aktivitäten und Innovationen kann über den Einfluss auf Wertschöpfungsketten noch verstärkt werden. Denn die Wirkung von Unternehmen endet nicht am Werkstor. Aktivitäten von Unternehmen können zur regionalen, wirtschaftlichen und politischen Stabilität, zum Ausbau der Infrastruktur und zur Stärkung des lokalen Arbeitsmarktes in erheblichem Maße beitragen. In Entwicklungs- und Schwellenländern zahlen deutsche Unternehmen Steuern, bilden aus, schaffen Arbeitsplätze, übernehmen Verantwortung.

Die deutschen Industrieunternehmen wollen ihre guten Ideen und Technologien weltweit zur Anwendung bringen und so in den Zielländern Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Dies führt auch zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in anderen Weltregionen. Daher können allein verlässliche und aufeinander abgestimmte Rahmenbedingungen gewährleisten, dass sich die deutsche und europäische Industrie auch künftig im globalen Wettbewerb behaupten und mit ihren innovativen Produkten und Lösungen wichtige Beiträge zur Nachhaltigkeit leisten kann. Denn nur wenn die dynamischen Marktkräfte genutzt werden, gelingt auch die Erreichung der internationalen Nachhaltigkeitsziele.